Mehr als eineinhalb Stunden nahm sich Felix Gedanke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, Zeit, um uns die Technik und die wechselvolle Geschichte dieses Industriedenkmals und ehemals flächenmäßig größten Wasserwerks Deutschlands vorzustellen. Nach der großen Cholera-Epidemie im Jahr 1892 wurde auf 60 ha in 22 Filtrationsbecken Wasser aus der Elbe für die Hamburger Bevölkerung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts aufbereitet. Durch eine für damalige Zeit sehr effektive Filtrationstechnik unter Verwendung größenmäßig gestuften Kieses und Sand. Die Becken wurden in mühevoller Handarbeit errichtet, betrieben, repariert und erneuert. Während der NS-Diktatur wurden dafür auch italienische Zwangsarbeiter eingesetzt. Für die Überwachung der Wasserqualität sorgte das Hygiene-Institut in der Kaltehofe-Villa. Die endgültige Stilllegung der Anlage folgte 1990 und das Areal wurde sich selbst überlassen. Zwischenzeitlich fand man einen Kompromiss zwischen Denkmalschutz, Naturschutz und Naherholung. Auf der Insel Kaltehofe ist ein sehenswertes Baudenkmal gerettet worden und eine Naturoase mitten in Hamburg entstanden. Immer einen Besuch wert.







